Worte zum Rechenschaftsbericht 2011

Worte zum Rechenschaftsbericht 2011

Wir haben die Grundvoraussetzungen geschaffen

Beim diesjährigen Stiftungsfest am 24. Juni 2012 trug Ulrike van der Ven als Vorsitzende der Bethlehem-Stiftung ihren Rechenschaftsbericht vor, aus dem die folgenden Auszüge stammen:

Liebe Gemeindeglieder,

unsere Bethlehem-Stiftung ist eine abhängige Stiftung in unserer Landeskirche, in der es mittlerweile 416 Stiftungen gibt. Wie Sie alle wissen, haben wir die Bethlehem-Stiftung als Gemeinde ins Leben gerufen, und sie alle sind damit Stifter. Stiftungen sind Anlagen in die Zukunft von Gemeinden und dienen als “dritte Säule” der Finanzierung von Kirchengemeinden in der Landeskirche.

In der Meppener Tagespost fanden sie in der letzten Woche einen Artikel unseres Vorsitzenden der Landeskirche Herrn Landesbischof Meister, der sehr pessimistisch klang. Er beklagte den zunehmenden Mangel an Gemeindegliedern und dass zahlreiche Kirchenaustritte und geringere Steuereinnahmen zu erwarten sind, die die Finanzierungen von Kirchengemeinden immer schwieriger machen werden in der Zukunft. Man hatte fast den Eindruck, als sei Kirche ein Auslaufmodell, und es ginge mehr darum, eine Notgemeinschaft zu bilden. Ich möchte betonen, dass ich diese Grundhaltung nicht vertrete, dass insbesondere unsere Kirchengemeinde mit der Gründung der Stiftung einen anderen Weg geht und damit Kirche auch zukunftsfähig macht. Dies ist für sich genommen schon eine besondere Leistung, die an dieser Stelle auch hervorgehoben werden soll.

Wir haben die Grundvoraussetzungen geschaffen, durch eigene Anteile an der personellen Finanzierung der Pastorenstelle mitzuwirken, damit die Verkündigung des Evangeliums und die Seelsorge der Gemeindeglieder erhalten bleibt. Niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen, ob die Anzahl der Kirchengemeinden im Kirchenkreis Emsland in den nächsten 20 Jahren in dieser Weise erhalten bleiben kann. Auf dem Gebiet der Bethlehemgemeinde ist in jedem Fall durch die Bethlehem-Stiftung die Voraussetzung dafür geschaffen worden, Kirche auch erhalten zu können.

Ende letzten Jahres haben wir über ein Gesamtvermögen von 449.251,33 € verfügen können, das wir in unterschiedlichen Anlagepapieren angelegt haben, die allesamt mündelsicher sind und keinerlei spekulative Wertpapieranlagen beinhalten. Entsprechend unserer Satzung ist auch die weitere Anlage von Kapitalvermögen in dieser Form vorgesehen, um Risiken des Geldmarktes für unsere Gemeinde möglichst gering zu halten.

Wir haben eine ganze Reihe von Einzelspenden erhalten, die zur Vermehrung unseres Stiftungsvermögens beitrugen. Die Einzelspenden sind zum Teil von Gemeindegliedern zugestiftet, die auf diese Art und Weise ihre Verbundenheit mit der Gemeinde zum Ausdruck gebracht haben, an dieser Stelle danken wir allen recht herzlich. Es hat auch eine Reihe Einzelspenden in Form von Kollekten anlässlich von Trauerfeiern, Taufen und Hochzeiten gegeben, die nicht unerheblich waren und zur Vermehrung des Stiftungsvermögens beitrugen.

Kirchliche Veranstaltungen wie Gemeindefeste, Nikolausfeier, Karnevalfeier – um nur einige zu nennen -, Musikveranstaltungen zu Gunsten der Bethlehem-Stiftung (das Konzert von Pastor Baltruweit im Januar diesen Jahres sowie das Konzert des neuen Meppener Vokalensembles im Mai diesen Jahres) haben zur Vermehrung des Stammkapitals ihrer Stiftung beigetragen.

In einer Gesellschaft, in der Geld eine immer größere Rolle spielt (manchmal hat man den Eindruck, dass dahinter alle anderen Qualitäten des Lebens verschwinden), ist gelebtes Gemeindeleben ein Gegengewicht von unschätzbarem Wert. Die Gemeinde Jesu Christi sollte in Zukunft in unserer Gesellschaft wieder mehr an Bedeutung gewinnen. Hier können Menschen auch Werte des Zusammenlebens finden, die ansonsten gesamtgesellschaftlich zu versanden drohen. Die gegenseitige Wertschätzung des Einzelnen unabhängig vom gesellschaftlichen Status ist das, was Christus uns gelehrt hat und dies gilt es auch für die Zukunft zu erhalten. Das Leben Jesu in den Mittelpunkt zu stellen als Kraftquelle des Glaubens und des menschlichen Miteinanders ist das, was wir im Glaubensbekenntnis bekräftigen, was wir wieder in den Mittelpunkt unseres Gemeindelebens stellen.

Lassen Sie mich auch einen Satz zur Ökumene sagen, gerade in unserem Stadtteil ist diese lebendig. Gegenseitige Unterstützung ist allenthalben spürbar, Gruppen und Kreise auch unserer Nachbargemeinden haben zu unserer Stiftung beigetragen. Die Sankt-Georg-Schützen haben bei ihren Veranstaltungen nicht nur einmal, sondern bei zahlreichen Sammlungen Geld für die Bethlehem-Stiftung zusammengetragen.Solche Gemeindegrenzen überschreitende Verbindungen sind nur möglich, wenn sie aus dem Miteinander entstanden sind. Hier gibt es zahlreiche Begegnungen die in vielen Jahren gewachsen sind, die sich auch durch eine hohe Anzahl von konfessionellen Mischehen zum Ausdruck bringen. Dies zeigt auch die gegenseitige Anerkennung trotz aller Verschiedenheit im Glauben, in der Gemeinde Jesu Christi vereint zu sein.

Im März diesen Jahres betrug unser Stammkapital schon 509.805,86 €. An dieser Zahl können Sie deutlich ablesen, dass unser Stammkapital gewachsen ist. Gelder vom Verkauf des Grundstücks der Kapelle in Osterbrock, die die römisch-katholische Kirchengemeinde Sankt Isidor in Osterbrock erworben hat, sind darin auch enthalten.

Bei Neugründungen von Stiftungen können die Rendite und weitere Zustiftungen in den ersten drei Jahren erneut in den Kapitalstock überführt werden. Im vierten Stiftungsjahr müssen die Erträge aber entsprechend der Stiftungssatzung dann aber auch ausgegeben werden. Wir haben verschiedentliche Ausgaben für die Gemeinde getätigt: Der Gesamtertrag der Rendite betrug in 2011 14.974 €. Davon sind 10.000 € in Baumaßnahmen der Bethlehemgemeinde geflossen, hier insbesondere zur Erhaltung unseres Kirchgebäudes – vorrangig in die Dachsanierung und Heizungssanierung. 4.312,34 € sind an die Gemeinde Osterrock zurückgeführt worden, da auch dort bauliche Maßnahmen in und um die Kapelle herum notwendig waren. In den nächsten Jahren werden Renditen in Höhe von durchschnittlich 17.000 € zu erwarten sein. Aus diesen Renditen wird ein Inflationsausgleich zu tätigen sein, und weitere Erträge sind entsprechend der Stiftungssatzung auszugeben.

Nun könnte jemand auf die Idee kommen, dass Stiftungserträge an Bedeutung verlieren, da unser ursprüngliches Ziel – die Wiederbesetzung unserer Pfarrstelle als volle Pfarrstelle – doch erreicht ist.
Lassen Sie mich an den Anfang meines Vortrags zurück kommen, dort sagte ich deutlich, dass schon in absehbarer Zeit die Finanzmittel der Landeskirche geringer werden. Auch wenn das zurzeit nicht spürbar ist. Wir waren nicht untätig im Hinblick auf die Zukunftsorientierung unserer Gemeinde, wir sind gut vorbereitet, wir bieten nachfolgenden Generationen die Basis, die Gemeindeleben vor Ort auch in Zukunft möglich macht. Ein Anfang dazu ist schon gemacht.

Wie Sie alle wissen, hat uns unsere Regional-Diakonin Frau Uschi Icks im Mai diesen Jahres aus persönlichen Gründen verlassen. Wir haben uns in einer kleinen Feierstunde im Kirchenvorstand von Frau Icks verabschiedet.

Für den Kirchenvorstand der Bethlehem Gemeinde war sehr schnell klar, dass diese Stelle wieder besetzt werden muss. Wir haben uns daher dazu entschlossen eine Vorfinanzierung für eine Viertelstelle einer Diakonin eines Diakons aus Geldern der Stiftung zu ermöglichen. Fast zeitgleich, Ende letzten Jahres wurde vom Kirchenkreistag beschlossen, Diakonstellen, die durch Drittmittel von Gemeinden teilfinanziert werden, durch einen Eigenanteil aus Mitteln des Kirchenkreises in gleicher Höhe zu bonifizieren. Auf dieser Grundlage haben wir einen Antrag zur Bonifizierung einer weiteren Viertel Diakonstelle beim Kirchenkreiskreis gestellt. Erfreulicherweise wurde diesem Antrag vor einigen Wochen stattgegeben. Somit wurde es möglich, gemeinsam mit den Kirchengemeinden Twist und Dalum für den Zeitraum von 2012 bis 2016 eine ganze Diakonstelle einzurichten.

In unserer Bethlehemgemeinde wird ein Dienstumfang von einer halben Stelle eingerichtet. Da aufgrund der Stiftungssatzung festgelegt ist, dass Stiftungsgelder für Personal nur in unseren Gemeindegrenzen zum Einsatz kommen dürfen, wird der Arbeitsplatz des Diakons auch in unserer Gemeinde eingerichtet. Einige Kirchenvorstände und Frau Pastorin Valerius haben sich zusammengesetzt und haben eine Arbeitsplatzbeschreibung für diese Diakonenstelle verfasst. Eine Stellenanzeige ist im Internet und in der Evangelischen Kirchenzeitung geschaltet. Nun warten wir gespannt auf mögliche Bewerber.

Wer hätte gedacht, dass wir neben einer vollen Pfarrstelle auch eine halbe Diakonenstelle in unserer Gemeinde haben würden, nachdem es noch 2006 so aussah, als würde unserer Pfarrstelle nicht einmal mehr voll besetzt werden können. Wir sind dafür natürlich sehr dankbar, die Gemeinde hat sehr viel dazu beigetragen, dass das möglich wurde, andererseits danken wir auch den Mitgliedern im Kirchenkreis, die sich für unsere Gemeinde eingesetzt haben und diese Wiederbesetzung der Pfarrstelle und auch der Einrichtung einer Diakonen Stelle in unserer Gemeinde jetzt ermöglichen. Stellvertretend möchte ich hier den Superintendenten des KK, Herrn Dr. Brauer nennen.

Ich möchte die Gemeinde an dieser Stelle auch darüber in Kenntnis setzen, dass auf Initiative des Kirchenvorstandes möglich war, die Grundstücke unserer Gemeinde am Buchweizenweg zu verkaufen. Zeitgleich mit dem Verkauf des Philipp-Melanchthon Hauses war über den Verkauf dieser Grundstücke bereits gesprochen worden. Der Kaufpreis pro Quadratmeter sollte dem ursprünglichen Wert entsprechen. Durch erheblichen Einsatz von Herrn Laue und unter Mithilfe des Dienststellenleiter des Kirchenkreisamtes, Herrn Bartens wurde es möglich, dass der Gemeinde der Verkaufserlös in vollem Umfang für die Bethlehem-Stiftung erhalten bleibt.

Entsprechend wird nun unser Stiftungskapital weiter anwachsen. Für sich genommen sind diese Entwicklungen äußerst erfreulich. Wir müssen uns hinsichtlich unserer Ausgaben und auch der entsprechenden Rücklagen in Form eines Inflationsausgleichs in den nächsten Jahren keine Gedanken machen. Wir werden die Auflagen erfüllen können, zu denen wir uns selbst verpflichtet haben.

Bei allem Erfreulichen muss aber auf eine gemeindeinterne Problematik hinweisen werden, da das aktuelle Stiftungskapital wie dargestellt nicht vorrangig aus Dauerzustiftungen erbracht wurde. Hier muss aber in Zukunft der Schwerpunkt zum Erhalt unseres Stiftungskapitals liegen. Nur wenn es gelingt Dauerzustiftungen zu bekommen, kann die Leistungsfähigkeit der Stiftung erhalten bleiben. Stiftungen sind immer generationsübergreifend angelegt, das ist unser Ziel. Wenn wir auch in Zukunft Personal, Baumaßnahmen und anderes in der Gemeinde finanzieren wollen, müssen wir Dauerzustiftungen haben, denn mit Einzelstiftungen ist hier der Inflationsausgleich nicht zu erwirtschaften. Dies gilt umso mehr, als künftig bei jeglichen kirchlichen Veranstaltungen zwei gesetzliche Erneuerungen Zustiftungen erschweren. Gema-Gebühren werden auch bei kirchlichen Musikveranstaltungen erhoben, und ebenso wird bei etwaigen Verköstigungen ein Erlös mit einem zu erwartenden Mehrwert nach dem Hotel- und Gaststättengewerbegesetz zu besteuern sein.

In der Landeskirche geht man davon aus, das diese Dauerzustiftungen in Höhe von bis zu 20.000 € jährlich zu erfolgen haben, um den Geldwert einer Stiftung erhalten zu können. Was bedeutet das für ihre Bethlehem-Stiftung? Aktuell haben sich 15 Gemeindeglieder verpflichtet einen Dauerauftrag einzurichten. Das ist erfreulich, aber zu wenig. Seit Wochen versuche ich in Gesprächen auf diesen Umstand hinzuweisen. Wir gebrauchen mehr Dauerstifter als verlässliche Zustifter!

Wer also noch kein Dauerzustifter ist, möge sich doch dazu entschließen, einen kleinen Beitrag monatlich als Dauerzustifter der Gemeinde zukommen zu lassen. Hier geht es nicht darum, große Summen anzusetzen. Wir haben ein geeignetes Formular zur Einrichtung eines Dauerauftrags vorbereitet, auf dem Sie sich als Dauerzustifter eintragen können. Auch kleine Zustiftungen in Höhe von monatlich 5 bis10 € helfen uns allen!

Ein Beispiel: Wenn wir nur 100 von insgesamt 2.800 Gemeindegliedern davon überzeugen könnten, monatlich 5 € zu stiften, wären das im Monat 500 € und pro Jahr schon 6.000 €. Diese Summe entspräch dann schon fast dem Inflationsausgleich, den wir erwirtschaften müssen. Bei 10 € ergäben sich 12.000 € jährlich, damit wäre bereits ein realer Zuwachs des Stiftungskapitals möglich. Das Geld wird in Zukunft gebraucht zur Aufrechterhaltung von Gemeindearbeit. Meine dringende Bitte, tragen sie auf diesem Weg zum Erhalt der Kirchengemeinde bei. Wenn sie noch nicht in unserem Stifterbuch verzeichnet sind, tragen sie dazu bei, dass das schnell nachgeholt wird. Wir freuen uns über jede Dauerzustiftung für Ihre Gemeinde. Eine Investition in die Zukunft Ihrer Kinder.

Download: Formblatt zur Erteilung einer Abbuchungsgenehmigung für Dauerstifter

Ich möchte an dieser Stelle nun einmal dem “Vater” unserer Stiftung, Herrn Otfried Laue unseren Dank aussprechen. Neben der Stiftung und vielen anderen Dingen, die dir am Herzen lagen für deine Gemeinde, hängt dein Herz auch an der Kirchenmusik. Schauen wir uns nur unsere Orgel an. Was lag da also näher, als dir die Sonderausgabe mit Luthers Liedern zu schenken als Zeichen des Danks. Spurensuche Luthers ist im Übrigen im nächsten Jahr als Gemeindefreizeit möglich, die von Pastor Jacobs aus Dalum organisiert wird. Voranmeldungen für eine Teilnahme sind schon jetzt möglich.

Ihnen allen Danke ich für ihre Aufmerksamkeit und Geduld.

Ihre Ulrike van der Ven

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